Ausstellungen

Julia Bornefeld – Melas



Die Herbstausstellung der Stiftung Walter Amonn und des Südtiroler Kulturinstitutes auf Schloss Moos in Eppan bestreitet die 1963 in Kiel geborene und in Berlin und Bruneck lebende und arbeitende Künstlerin Julia Bornefeld. Während des Studiums der Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung Kiel (1984–1989) absolvierte sie Gaststudien an der Accademia delle Belle Arti di Venezia bei Emilio Vedova und an der Akademija Likovna Umjetnost in Ljubljana (1986–1987).

„Melas“ bedeutet auf Altgriechisch schwarz. Die Künstlerin betitelt so ihre Ausstellung. Die Farbe Schwarz beherrscht nicht nur die plastischen Arbeiten, sondern auch die Bilder Bornefelds: Auf die Leinwand getropfte Tusche lässt gasförmig anmutende, einmal explodierende, ein andermal zerfließende Formen entstehen, die an Himmelserscheinungen oder die Entstehung von Galaxien erinnern. Julia Bornefeld’s „Morphic Fields“, Bildkompositionen mirkro- und makrokosmischer Strukturen ermöglichen dem Betrachter einen Blick in eine aus der Wissenschaft bekannte Welt amorph strukturierter Formen. Himmelskörper, die im Auge des Betrachters entstehen sind in Wahrheit Farbe und Gewebe. Der Theorie des Biologen Rupert Sheldrake folgend, beeinflussen sich Organismen gegenseitig durch ihre bloße Anwesenheit, unabhängig von Zeit und Raum und bilden somit morphische Felder. Lebewesen lernen ohne Direktkontakt voneinander durch eine übergeordnete Verbundenheit und evolutionieren sich wechselseitig. So immateriell ihre „Morphic Fields“, „Pads“, „Orthodrome“ auf Leinwand erscheinen, so stofflich sind ihre skulpturalen Arbeiten, wobei die Verwendung von Gummi und Schaumstoff auffällt. „Pneu“ nennt sie sowohl eine ihrer Stelen wie auch einige Ihrer Materialbilder, wobei es sich zumeist um Streifen von Autoschläuchen handelt, die mitsamt ihren Ventilen wie Fetische in Form gebracht werden. Diese Art von Objektkunst, die Inanspruchnahme von Vorgefundenem, Vorgegebenem gehört zu Julia Bornefelds Verständnis von Komplexität und Ganzheitlichkeit. (Zitiert aus Texten von Christian Thöner und Michael Beyer)


Die Eröffnung findet am Freitag, den 15. September 2017 um 18.00 Uhr auf Schloss Moos in Eppan statt.

Die Ausstellung bleibt bis 13. Oktober 2017 täglich von 15-18 Uhr frei zugänglich.



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