Es beginnt mit einem Verlust. Dem Verlust von sehr vielen Büchern, einer ganzen Bibliothek. Wie es dazu kam, dass einem Schriftsteller seine Bücher verloren gingen – davon und von viel mehr erzählt Thomas Melle in seinem Roman „Die Welt im Rücken“. Es ist die Chronik einer bipolaren Erkrankung, das fesselnde Manifest eines schreibenden Ichs. Poetisch, hochkomisch, dramatisch, präzise. Dem Leben als Rausch, als Party, als Superstar mit Höhenflügen und Allmachtfantasien folgt der Absturz ins Bodenlose, in die Stille, in die Leere, ins Nichts. Dann, ganz langsam, ein zaghafter Neubeginn. Die Manie wechselt in die Depression, in eine Phase der Normalität und wieder in die Manie. Auch das Schreiben hält nicht inne – es versucht, das, was passiert, schonungslos in Sprache festzuhalten.
Für sein autobiografisches Werk erhielt Thomas Melle 2017 den Klopstock-Preis und 2026 den Kleist-Preis. Die packende Chronik Thomas Melles haben Lucia Bihler und ihr Team in ein Gesamtkunstwerk übersetzt, das kraftvolle, abstrakte Bilder für seelische Zustände findet. Die Inszenierung wurde 2026 zum Berliner Theatertreffen eingela den. Hauptdarstellerin Paulina Alpen erhielt dort den Alfred-Kerr-Preis 2026.






