Sprachstelle
15.11.2026

Iris Radisch über Rainer Maria Rilke

Ein Sachbuchsalon

Als Literaturkritikerin der „Zeit“, als einstiges Mitglied des legendären „Literarischen Quartetts“ mit Marcel Reich-Ranicki oder als ehemalige Jurorin des Ingeborg-Bachmann-Preises steckt Iris Radisch das Publikum schon lange erfolgreich mit ihrer großen Begeisterung für die Literatur an. Nun widmet sie Rainer Maria Rilke ein Buch. Als er vor 100 Jahren starb, lagen ruhelose Jahrzehnte hinter ihm. Ob in der Künstlerkolonie Worpswede, bei Rodin in Paris oder bei den Frauen, die ihn durchs Leben trugen, es hielt ihn nirgends lange. Der europaweit bestens vernetzte Einzelgänger, der bis zu Tolstoi nach Russland kam, wollte Bewegungsfreiheit, Berührungen, Resonanzen. Von keiner Ideologie ließ er sich vereinnahmen. Allem Festen und Beständigen im Denken und in der Liebe misstraute er genauso wie allem Eindeutigen zwischen Mann und Frau. Wohl deshalb vereinte er so viele scheinbare Widersprüche und Aufbrüche seiner Zeit in sich. Iris Radisch folgt Rilke auf seiner Suche und dabei, wie er seine Erfahrungen in zeitlos schöne Dichtung verwandelt.
 

Dauer: So. 15.11.2026, 15 Uhr
Preis: Eintritt frei
Es spricht und liest
Iris Radisch
Moderation
Nina Schröder
Zeit
Sonntag, 15. November 2026
15 Uhr
Ort
Bozen, Waltherhaus, Schlernstraße 1

Eine Veranstaltung der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut im Rahmen des Literaturfests im Waltherhaus

Iris Radisch

Iris Radisch, geboren 1959 in Berlin, ist Literaturkritikerin, Redakteurin und Buchautorin. Seit 1990 schreibt sie für die Wochenzeitung „Die Zeit“, deren Feuilleton sie von 2013 bis 2021 leitete. Sie gehörte zum Team der ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“ mit Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek und war Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, deren Vorsitz sie fünf Jahre innehatte. 2013 erschien ihr Buch „Camus − Das Ideal der Einfachheit“, das viele Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Ebenfalls bei Rowohlt erschienen „Die letzten Dinge – Lebensendgespräche“ (2015) und „Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben“ (2017). Zu ihren Auszeichnungen zählen der Medienpreis für Sprachkultur (2008), der französische Titel „Chevalier des Arts et Lettres“ (2009) und der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.

Das Buch zur Veranstaltung

Iris Radisch. Du musst das Leben nicht verstehen. Rilkes Tage und Träume (Rowohlt Verlag, 2026)