Nick Hornbys typisch britischer Humor macht seine Bücher regelmäßig zu Bestsellern. „State of the Union“ erschien zunächst als TV-Serie und wurde als Buch auch in der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ ein großer Erfolg. Schnell und pointiert verhandelt Hornby darin den ganz normalen Wahnsinn menschlichen Zusammenlebens und zeigt, wie viel dramatisches Potenzial eine Ehekrise birgt. Eine wunderbare Vorlage also für die Inszenierung von Jan Philipp Gloger.
Tom und Louise – er Musikkritiker, sie Ärztin – versuchen nach Sexflaute und Seitensprung in der Paarberatung zu retten, was zu retten ist. Wir erleben sie aber nicht in den Sitzungen selbst, sondern örtlich wie zeitlich dazwischen: Beim Mut-mach-Drink im Pub gegenüber wird schnell noch das zu diskutierende Themenfeld abgesteckt. In klugen und schnellen Dialogen kommen, ganz beiläufig, Grundfragen des menschlichen Liebeslebens zur Sprache. Mal hat der eine Oberwasser, mal die andere, und die Gelegenheit für eine gute Pointe lässt sich keiner von beiden entgehen. Und plötzlich stehen Dinge im Raum, die wohl alle Beziehungserprobten gelegentlich denken – aber sicher niemals sagen würden.




