Stellen Sie sich vor, Sie lassen alles hinter sich und fangen noch einmal neu an: andere Stadt, anderer Beruf, andere Liebschaft. Stellen Sie sich vor, es wäre an Ihnen, Ihr Leben zu gestalten. Sie selbst würden bestimmen, wie Ihr Leben verläuft … Aber Moment: Tun wir das nicht? Wie würden wir denn leben, wenn wir nur anders könnten? Was würden wir tun, wenn wir nur anders wollten? In seinem Roman „Mein Name sei Gantenbein“ treibt Max Frisch die Frage, wer wir sind und wer wir sein könnten, auf die Spitze und gibt der Zweifelhaftigkeit des Menschen eine Stimme.
Regisseur und Intendant Oliver Reese hat diesen letzten großen Frisch-Roman bearbeitet und inszeniert – mit nur einem Darsteller: Matthias Brandt, der dafür nach 20 Jahren Film auf die Theaterbühne zurückgekehrt ist. „Mehr braucht es nicht für einen faszinierenden Theaterabend: einen guten Schauspieler, ein literarisches Werk, das einige prinzipielle Fragen stellt, und einen Regisseur, der genau hinhört,“ jubelte etwa die Süddeutsche Zeitung über die Inszenierung, die seit der Premiere im Jänner 2022 ein Dauererfolg ist.
Das Stück war 2022 zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen eingeladen. Matthias Brandt erhielt für sein Solo 2023 den Publikumspreis „Goldener Vorhang“.







