Ein Pakt mit dem Teufel um der Karriere willen? Klaus Mann verknüpft in seinem Roman „Mephisto“ die Machtergreifung der Nationalsozialisten mit dem Aufstieg künstlerischer Karrieren am Theater. Umstrittener Held der fragwürdigen Erfolgsgeschichte ist der Schauspieler Hendrik Höfgen, der seine Gesinnung wie seine Geliebte dem beruflichen Aufstieg opfert. Obwohl nach Veröffentlichung des Romans schnell klar wurde, dass diese Romanfigur Klaus Manns ehemaligem Schwager, dem Schauspieler Gustaf Gründgens, sehr ähnlich ist, betonte Mann stets das Exemplarische solch opportunistischer Lebensläufe. Was im Roman dramaturgisch zugespitzt ist, blieb im Leben jedoch oft uneindeutiger: Wo wich die politische Verantwortung Einzelner dem Selbsterhaltungstrieb? Wo machten Stars wie Gründgens fatale Zugeständnisse an ein System, das auch für sie nicht ungefährlich war?
„Mephisto“ stellt uns die Frage nach moralischer Urteilskraft. Und mit Blick auf die Gegenwart geht es auch um die Kühnheit, mit der wir Urteile fällen über Menschen in gesellschaftlichen Zusammenhängen, die wir längst überwunden glaubten. „Ein sehr bitter zeitgenössischer Theaterabend“ (MDR), in dem neben Nadja Stübiger als Hendrik Höfgen ein ganzes Ensemble großes Schauspiel gibt.






